Jasmin Tabatabai Interview von Christian Lamitschka für Country Music News International Magazine & Radio Show

Jasmin Tabatabai Interview von Christian Lamitschka für Country Music News International Magazine & Radio Show




1. Frage: Bitte stelle Dich den Lesern vor und erzähle uns etwas über deine Geschichte.

Antwort: Ich heiße Jasmin Tabatabai, ich bin Schauspielerin und Sängerin und lebe mit Mann und drei Kindern in Berlin. In den Neunzigern hatte ich eine ziemlich coole All-Girl-Country-Band namens „EvenCowgirls get the Blues“. Ein paar Sommer lang haben wir Berlin Kreuzberg unsicher gemacht. Heute singe ich Jazz.


2. Frage: Wie bist Du auf den Titel für die CD gekommen und was hat Dich dazu inspiriert?

Antwort: „Jagd auf Rehe“ ist die Übersetzung des iranischen Liedes auf der CD „Shekare Ahoo“, ein altes persisches Volkslied. Ein trauriges Liebeslied übrigens, der Titel ist metaphorisch zu verstehen.

3. Frage: Schreibst Du die Songs selbst und wenn nicht, wie findest Du die Songs für Deine Alben?

Antwort:Früher - zu meinen Singer-Songwriter Zeiten habe ich fast alle meine Songs selber geschrieben, heute habe ich großen Spaß daran, neben eigenen, Klassiker aufzunehmen, denen wir versuchen neues Leben einzuhauchen. Es gibt so unendlich schöne Lieder. Aussuchen tue  ich das Material zusammen mit meinem musikalischer Partner und Produzent David Klein, der die Songs mühevoll zusammenträgt und meistens schon eine Vision davon hat, wie sie dann klingen sollen.

4. Frage: Welches von all den Liedern, die Du aufgenommen hast ist Dein Lieblingssong und welche Geschichte steckt dahinter?

Antwort: Das ist schwer zu beantworten, auch weil die Lieder so unterschiedlich sind. Aber „Shekare. Ahoo“ versetzt mich natürlich in eine andere Welt - in meine Kindheit im Iran. Mein Vater leibte dieses Lied sehr und ich. Erinnere mich, wie er oft auf unserer Terrasse saß, traurige Lieder wie dieses gehört hat, dabei rauchte und weinte. Das ist im Iran nichts ungewöhnliches, dass Männer bei trauriger Musik weinen. Ich weiß… deutsche Männer weinen nur beim Fußball :-))

5. Frage: Wieviel kreative Kontrolle hast Du über Deine Musik?

Antwort: David Klein ist der Produzent und wir haben auch gemeinsam ein eigenes Label aus. Genau diesem, einem Grund: Wir. Wollen 100% kreative. Kontrolle über unsere Musik haben.

6. Frage: Das Internet spielt in der Welt der Musik eine immer größere Rolle.  Hat Dir das Internet geschadet oder geholfen und wie wünscht Du Dir seine zukünftige Entwicklung?

Antwort: Ich glaube alle Musiker wurden in Ende der Neunziger, spätestens in den Nullerjahren davon überfahren, dass die CD Verkäufe aufgrund der Internettauschbörsen und der leicht herzustellenden digitalen Raubkopien weggebrochen sind. Viele haben sich auf das Live Spielen verlegt. Auch für uns ist das Live Spielen essentiell. Schließlich klingt ein Jazzprogramm jeden Abend anders. Das ist natürlich gerade sehr hart, da aufgrund der aktuellen Situation alle Konzerte abgesagt werden.

7. Frage: Zu wem siehst Du musikalisch auf und woher kommen Deine musikalischen Wurzeln?

Antwort: Ich liebe einfach gute Musik, egal woher sie kommt.


8. Frage: Wenn Du die Möglichkeit hättest etwas in der Musikindustrie zu verändern, was wäre das?

Antwort: Besserer Schutz für Urheber und fairere Bezahlung beim Streaming.


9. Frage: Welche Momente Deiner Karriere sind Dir als Höhepunkte und Erfolge auf die Du stolz bist besonders in Erinnerung?

Antwort: Musikalisch: Auf unseren Nummer Eins Soundtrack von „Bandits“ und auf meine drei Jazzplatten.

10. Frage: Wer ist Dein schärfster Kritiker, Du selbst oder Andere?

Antwort: Meine schärfste Kritikerin bin noch immer ich.


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