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Standig Ovations im Kulturgewächshaus Birkenried - Italienisches Bluegrass Quintett „Bluedust“ räumt ab

Standig Ovations im Kulturgewächshaus Birkenried

Italienisches Bluegrass Quintett „Bluedust“ räumt ab

BIRKENRIED Das Quintett Bluedust aus Mailand gastierte am Freitag auf Einladung der Country & Western Friends Kötz im Kulturgewächshaus Birkenried. Die Sonne des Herbsttags und die Musik der sympathischen Band heizten die Stimmung in der gut besuchten Kulturstätte an, am Ende gab es standing ovations und mehrere Runden an Zugaben.



Traditioneller Bluegrass im Stil von Flatt & Scruggs (Down The Road) wechselte sich bei Bluedust im stimmigen Ambiente ab mit Coverversionen bekannter Titel von Elvis Presley, auf dessen erster Single bei Sun Records 1954 mit „Blue Moon Of Kentucky“ aus der Feder von Bill Monroe ebenfalls ein Bluegrass-Stück enthalten war. Nicht dieses, sondern die andere Seite dieser ersten Single „That’s All Right Mama“ von Arthur Crudup erklang, aus dem Rhythm’n’Blues in den Bluegrass geholt. Für die Elvis-Imitationen war Perry Meroni als Leadsänger zuständig, der mit Mitte 70 sich inzwischen auf die Baritonstimme konzentrieren muss. Das tat „der kleine Zwillingsbruder von Elvis“ denn auch mit viel Humor, prächtig unterstützt von seinen Bandkollegen. Auch „Don’t Be Cruel“ oder „Blue Suede Shoes“ wären hier zu nennen.


Die höheren stimmlichen Passagen waren bei Mandolinist Guiseppe „Josh“ Villa in allerbesten Händen. Perry Meroni hatte darüber hinaus als Crooner viel Atmosphäre verbreitet bei Stücken wie „Blue Eyes Crying In The Rain“ oder „Quando, Quando, Quando“. Dreistimmiger Gospelgesang bei „Crying Holy Unto The Lord“, der für den Bluegrass stilprägend ist, kam im ausgefeilten Arrangement herüber. Sehr lebendig dabei die Bühnenpräsenz der Band, die den kompletten Gesang über ein einziges zentrales Mikrophon abwickelte. Lustige Stücke wie „Sweet Little Miss Blue Eyes“ oder „Black Eyed Suzie“ sorgten zudem für Auflockerung. Don Gibsons „I Can’t Stop Loving You“ celebrierte die Band zum Vergnügen des Publikums. Den Klassiker „Things“ von Bobby Darin wurde mit „Baci“ zur Hälfte italienisch gesungen hat. Das Quintett „Bluedust“ vervollständigten Dino Barbe (Banjo), Tony Spezzano (Gitarre) und Stefano Zanrosso am Kontrabass.


Im zweiten Set glänzten Bluedust insbesondere bei „I’ll Go Steppin‘ Too“ von Tom James, wo der eine Partner dem anderen die Ausflüchte in gleicher Münze heimzahlt. Bob Dylan war bei „Don’t Think Twice“ als Autor eingesprungen. Der „Folsom Prison Blues“ kam von Giovanni Contanti (Johnny Cash), „Nellie Kane“ über ein schönes Mädel in Kentucky vom zeitgenössischen Autor Tim O’Brien. Don Gibson war nochmals mit „Oh Lonesome Me“ vertreten, und „Ring Of Fire“ ist eher selten im Bluegrass. Die Adaption von Liedern von außerhalb des Bluegrass kam aber sehr gut an, so musste man sich auch nicht über „When My Blue Moon Turns To Gold Again“ „Have You Ever Seen The Rain“ oder „Country Roads“ wundern. „Polka On The Banjo“ war hingegen echter Bluegrass, ebenso wie „How Mountain Girls Can Love“. Standing ovations gabs nach der ersten Runde an Zugaben, „I Can’t Help Falling In Love With You“ und „It’s Now Or Never“. Hiernach folgte „Tutti Frutti“ von Little Richard, „Duellin‘ Banjos“ war noch ein instrumentelles Schmankerl, und das Publikum holte die Band ein weiteres Mal auf die Bühne.


Am 9. Dezember steigt mit der alljährlichen Country-Christmas die letzte Veranstaltung im 35. Jahr der Countryfreunde. Dabei erwartet die Fans ein Exklusivkonzert der englischen Formation „Bill Conlon & Emerald“. Vorherige Reservierungen sind empfohlen unter www.cwf-koetz.de    

Artikel Friedrich Hog für Country Music News International

Fotos Peter Wroblewski
           

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