Monday, October 31, 2016

Volldampf-Reise in die Bluegrass-Vergangenheit

Volldampf-Reise in die Bluegrass-Vergangenheit

 

Die Po‘ Ramblin‘ Boys aus Tennessee begeistern die Hörer
Die Musikrichtung Bluegrass wurde vor 70 Jahren in den USA entwickelt und hat sich angeschickt, die Welt zu erobern. Sie hat sich von diesen Anfängen weiterentwickelt, aber traditionsbewusste Bands pflegen den alten Stil. Zu diesen gehören die Po‘ Ramblin‘ Boys, die vor einem Jahr schon mit Erfolg bei den veranstaltenden Country Friends Kötz gespielt hatten und jetzt schon wieder auftreten durften. Das Kulturgewächshaus im Birkenried füllte sich schnell, genug Hörer wollten die Band noch einmal hören.

Sie kamen in der klassischen Fünferbesetzung mit Banjo, Geige, Mandoline, Gitarre und akustischem Bass, sie konnten alle auch singen. Vorwiegend brachten sie Material aus der Frühzeit ihrer Musik oder noch älteres aus der vorausgegangenen Old Time-Periode, dazu klassische Countrytitel, die sich gut in Bluegrass verwandeln lassen, und die eine oder andere Eigenkomposition. Sie legten ein Höllentempo auf ihren Instrumenten vor, besonders Geige und Banjo lieferten sich manches hitzige Gefecht. Das war Powergrass in Vollendung. Die Gesangsstücke sind langsamer, einer übernimmt die Führung, einer oder zwei singen zur Begleitung mit und alle zeigen viel Energie und Gefühl, und sie singen wie überall über die Liebe, dazu über die verlorene Heimat und die harte Arbeit im Bergbau oder in der Baumwollfabrik usw. Religiöse Lieder, Gospelsongs, gehören auch dazu. Ein altmodisches, großes Mikrophon war in der Mitte der Bühne aufgebaut, und wer gerade ein Solo hat, sei es instrumental oder mit Gesang, tritt vor dieses und die anderen verschwinden im Hintergrund. So ist immer Bewegung auf der Bühne. Heute steht oft ein ganzer Wald von Mikrophonen auf der Bühne, hinter denen sich die Musiker verstecken, ein einzelnes dagegen knüpft an die Vergangenheit an, wo man sich nur ein Mikrophon leisten konnte. So wird die Kontinuität der Musik unterstrichen. Der Chef vom Ganzen, C.J. Lewandowski, spielte Mandoline und sang stimmgewaltig die meisten Lieder, er machte auch die Ansagen, stellte die Musiker vor, immer mit ihrem Heimatstaat, und erläuterte die Lieder. Damit schaffte er auch den nötigen Kontakt zum Publikum, das begeistert mitging und einige Zugaben herausklatschte. 

Somit waren alle Bluegrasstugenden erfüllt, und wenn auch die musikalischen Entwicklungen der letzten Jahre fehlten, so gab es für viele Hörer eine kompakte Einführung in die Welt des klassischen Bluegrass. Dazu passen auch die Latz-Overalls, die die Musiker alle trugen zur Erinnerung an die authentische, rustikale Frühphase ihrer Musik. Das nächste Konzert mit den „Singing Songwriters“ Eric Brace & Peter Cooper aus Nashville, Tennessee findet am 18. November um 20 Uhr im Hotel-Gasthof „Zur Post“ in Leipheim statt. Infos und Reservierungen unter www.cwf-koetz.de

Eberhard Finke für Country Music News International

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