Monday, August 29, 2016

Sightseeing und Wohnzimmerkonzert / Banjo Jamboree in Čáslav




Sightseeing und Wohnzimmerkonzert – Teil 3
Nach dem Fest in Cambrai hatten wir nun 14 Tage Zeit für Besichtigungen und Erholung. Wir verließen Cambrai am 30.05. über Stenay, Dudelange in Luxemburg bis zum Lac de Madine. Ein sehr ruhiges idyllisches Plätzchen im Naturschutzgebiet. Doch kaum hatten wir uns häuslich niedergelassen war auch schon die erwähnte schwarze Wolke wieder über uns. Regen … und der blieb uns auf der Weiterfahrt treu. Dennoch gab es immer wieder schöne Städtchen zu besichtigen: Void-Vacon (Heimat der köstlichen >Madeleines<), Vaucouleurs im >Departement de Vosges<. Und bei Champougny wurde uns die Hochwasser führende Meuse beinahe zum Verhängnis. Dank Navi fuhren wir ca. 3 Km auf einer einspurigen Straße, Wiesen und Felder links und rechts versanken schon im Wasser und auf einmal war vor uns die Straße weg und nur mehr die Begrenzungsstöcke zu sehen. Die Meuse hatte sich einfach ein zweites Flußbett gemacht. Was tun? Wendemöglichkeit gleich Null. 3 km im Retourgang – unmöglich. Also Gas geben und durch die Fluten ans andere Ufer. Puuhhh, das war noch mal gut gegangen, denn wir sahen ja nicht einmal wie tief dieser zweite Fluß war.
Übernachten in Maxey-sur-Vaise. Ein eigenartiger Ort, kein einziges Geschäft, kein Bäcker, kein Fleischer, kein Café, aber eine große Kirche und viele leerstehende dem Verfall preisgegebene schöne alte Höfe. Weiter führte der Weg über Domremy (Geburtsort von Jeanne d’Arc), Corre, Fontenoy-le-Chateau (morbider Charme des 14. Jhdts.), Èpinal, und es regnete jedesmal wenn wir stoppten. Der Schlager >There is a black cloud in and over my head ….< fiel mir dazu ein.
Und dann standen wir an der Quelle der Mosel. Wasserscheide und Sonne! Es folgte Thann, über die >Route de Vin d’Alsace< nach Colmar. Da wir keinen Parkplatz fanden fuhren wir weiter nach Eguisheim. Ein reizendes Städtchen und Störche so weit man schauen konnte. Kembs, an einem historischen alten Kanal, war die letzte Station in Frankreich.
Weiter ging es nun nach Deutschland ins Thermalbad Bad Bellingen. Da unser Navi immer den kürzesten Weg suchte, fanden wir uns danach plötzlich in der Schweiz und auf direktem Weg zum Rheinfall. Was für ein gewaltiger Anblick! Es folgte Singen, Tuttlingen, Neuhausen ob Eck  und die schwarze Wolke hatte uns wieder eingeholt. Wir besuchten Rottweil (wunderschöne Erker, aber keine Rottweiler-Hunde außer einer Statue). In Biberach an der Riß kamen wir gerade recht zum 12. Rosenfest mit verschiedenen Musikgruppen, Theater und Kulinarik etc., am nächsten Tag zum Dampffest im Museumsdorf Kürnbach und danach eine Fahrt mit dem >Torfbähnle< in Bad Wurzach. Memmingen und Ulm lagen noch am Weg, dann hatten wir unser nächsten Ziel bei den Illertal Cowboys in Vöhringen erreicht (www.illertal-cowboys.de).
Ab jetzt wurde es wieder musikalisch. In Greven (Bericht Teil 1) hatten wir ja Herbert Schildhammer, den Obmann der Illertal Cowboys, getroffen und am Dienstag, 14.06.2016 fand wieder einmal ein >Wohnzimmerkonzert< in deren Clubhaus statt. ALISON BROWN Acoustic Quartet (http://alisonbrown.com) machte auf ihrer Europatournee zum ersten Mal in Deutschland Station. Seit 1978, als sie ihren ersten Award gewonnen hatte, folgten unzählige weitere Auszeichnungen. Kein Wunder, schließlich spielt sie das Banjo bereits seit dem 10. Lebensjahr. Ihr Musikstil ist eine Mischung aus Bluegrass, Jazz und Keltischer Musik. Gemeinsam mit den Musikern Garry West (Baß, Voc. und außerdem ihr Ehemann), Matt Flinner (Mandoline, Voc.) und Bryan McDowell (Fiddle, Gitarre, voc.) brachte sie eigene Songs und Traditionelles, z. B. >Sally Ann<, >Oh Susanna<, >Time after time<, u. a. Matt Flinner sang den >Chicken-Song< und >Little Birdie<. Mit dem zweiten Lied ist Matt uns noch vom Bluegrassfestival 2014 in Moniaive (Schottland) bestens ins Erinnerung. Kurz vor Ende des Programms holte Alison noch ihren neunjährigen Sohn Brendan zu dem Lied >Are you from Dixie< auf die Bühne und er machte seine Sache sehr gut.
Je fortgeschrittener der Abend desto keltischer wurden die Musikstücke, da kam dann >A long way gone< und als dritte Zugabe ein wunderschönes Tanzstück, ein Reel-Medley. Leider war kein Platz zum Tanzen, denn der Raum war proppenvoll. Außer uns waren hier Gäste aus Frankfurt, Ulm, Schweiz und Niederlande. Kurz nach 23 Uhr war wie hier so üblich Schluß und der Raum leerte sich binnen Minuten so schnell wie er gefüllt worden war.
Und nun auf zum letzten Festival auf dieser Reise, zum Bluegrass Jamboree in Čáslav in der Nähe von Prag und somit zum Teil 4.

Banjo Jamboree in Čáslav – Teil 4
Vom 17.-18.06.2016 hielt uns nun das Banjo Jamboree gefangen. In urigem Ambiente, mitten im Wald an einem Fluß bzw. neben dem Schwimmbad, standen Zelte, PKWs und einige Wohnmobile. Das Letní Kino ist wie ein Amphietheater aufgebaut, teilweise waren Sitzreihen vorhanden, wer jedoch keinen Platz mehr fand brachte einfach seinen eigenen Sessel mit oder saß auf den Betonstufen oder lag daneben im Wald auf einer Decke – alles total zwanglos. Da es alle Tage hier sehr heiß gewesen ist, waren natürlich die Schattenplätze sofort vergeben. Doch durfte man als Festivalbesucher das angrenzende Schwimmbad gratis benützen. Eben dort fanden auch einige gut besuchte Musikworkshops statt.
Das Musikaufgebot konnte sich sehen lassen. Am Freitag acht Bands und Samstag 17 Bands und die meisten spielten traditionellen Bluegrass. An Instrumenten waren daher vertreten: Dobro, Kontrabaß, Mandoline, Gitarre, Fiddle und selbstverständlich Banjo denn das war hier ja der Schwerpunk. Und viele benützten nur ein einziges Kondensatormikrofon. Bis auf wenige Ausnahmen hatten wir fast alle Bands schon einmal gehört, aber es war einfach schön, dieses Festival kennen zu lernen.
Bei diesem Großaufgebot von 25 Musikgruppen werde ich mich natürlich auf eine Kurzfassung beschränken.
Freitag, 17.06.:
01)    Flashback (5) (http://flashback-cz.net) eröffnete mit >Will the circle be unbroken< und  sang alles tschechisch. Eine Zugabe war erlaubt.
02)    Brzdaři (5) (www.brzdari.cz/Band/idx_Band.html) war neu für uns und sehr abwechslungsreich, Gesang englisch und tschechisch, u. a. ein wunderschönes acapella >Halleluja< von Leonard Cohen und als Zugabe >Fox on the run<.
03)    Sem-Tam (7)  (http://sem-tam.com) spielten für unseren Geschmack das meiste ein wenig zu schnell. Als Zugabe hörten wir ein sehr schönes Duett.
04)    Album (5) (www.albumband.cz) sangen nur englisch und wie immer sehr professionell >Memphis Tennessee<, >Midnight Highway< und wieder mal ein Beatles-Song im Bluegrass-Stile >Please, please me<. Eine Zugabe durfte auch nicht fehlen.
05)    Poutnici (4) (www.poutnici.cz) sangen englisch und tschechisch und kamen sehr gut an beim Publikum mit >Wayfaring Strangers<, >Sweet Georgia Brown<, >Rawhide< u.a.  – drei Zugaben waren die Folge.
06)    The Jumper Cables (4) (www.thejumpercables.com) waren ebenfalls neu für uns und klangen sehr modern und flott, denn man kann auch Rock- ‚n’-Roll  „Verbluegrassen“  wie z. B. >Johnny Be Good<.
07)    BG CWRKOT (5) (www.cwrkot.ic.cz) gefielen uns vom Freitag-Programm am besten. Bei ihnen spielte Petr Brandejs mit: >Old Mississippi<, eine wunderschöne langsame Nummer, dann >Rose of Kentucky<, der >Chicken Song< und ein Jodler vom Mandolinist vorgetragen. Als Zugabe hörten wir >If you’ve got the money I’ve got the time<.  Ihre CD >Hear that sound< ging natürlich mit nach Wien.
08)    Monogram (5) (http://monogram.cz) waren ein angenehmer Freitag-Abschluß mit >Take it easy<  und dem einschmeichelnden langsamen Song >About this time<.
Samstag, 18.06.,  begann es schon um 10 Uhr mit drei Slowakischen Bands:
01)   Blueland (4) (www.blueland.sk) traditionell
02)   Šidlo (4) (www.sidlo-bluegrass.eu) sangen abwechselnd englisch und slowakisch, u. a. >Worried Man Blues<, >My Long Journey Home< und als Zugabe erklang wieder >Halleluja<, sehr schön.
03)   Heartbeats (6) (www.heartbeats4music.com) eine junge Folkband, flott, sehr gut (There is a time) aber auch experimentell in der Zugabe.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es weiter mit
04)   COP (5) (www.copmusic.cz/kapela-cop), brachte sehr flotten Bluegrass und schönes Mandolinenspiel, alles tschechisch und das Publikum sang vieles mit, auch die Zugabe, schließlich ist Miša Leicht ein Lokalmatador.
05)   Handl (5) (www.handl.wz.cz) spielten Swing aus den 20ern und als Zugabe >House of the rising sun< auf tschechisch.
06)   Sakrapes (5) (www.sakrapes.cz) wieder eine neue Band für uns. Es gab eine kurze Unterbrechung weil ein Ambassador der amerikanischen Botschaft begrüßt wurde. Passend dazu spielten sie >City of New Orleans<.
07)   Benefit (5) (www.facebook.com/benefitbluegrassband), eine neue Band für uns, sie spielten rein traditionell >Oh lonesome me<, traten mit E-Baß auf und gefielen allgemein sehr gut.
08)   Fork Road (4) (www.forkroad.cz) sangen abwechselnd englisch und tschechisch, u. a. den sehr guten acapella-song >Building on the rock< und auch sehr flotte Stücke (Can’t stop now).
09)   Wyrton (5) (www.wyrton.cz) haben wir leider versäumt.
10)   Peter Luha (www.peterluha.com), ein Blues-Gitarrensolist aus der Slowakei. Er brachte >Hearts<, >Cocain<, >Knockin‘ on heavens door<, u. a. Ein sehr guter Ausnahmekünstler aber unserer Meinung nach nicht wirklich zum Programm passend, weil doch hier der Schwerpunkt auf dem Banjo-Spiel lag. Den Besuchern schien er aber sehr gefallen zu haben und er gab anschließend eine Autogrammstunde.
11)   Black Jack (5) (www.blackjackband.cz) sangen englisch mit nur einem Mikro und rein traditionell: >Little cabin home<, >Beauty of My Dreams< (ein sehr schnelles Stück).
12)   Rustic Robots (5) (https://rusticrobots.bandpage.com) und wieder eine neue Gruppe mit positiven Überraschungen. Rein traditionell gespielt erklang der Walzer >Are you wasting my time<, >Close up the Honky Tonk< (erinnerte mich an “Ich zähle täglich meine Sorgen”), und als flotte Zugabe >Bye bye Love<. Sie gefielen sehr gut.
13)   Alison Brown Acoustic Quartett, USA (http://alisonbrown.com) Noch einmal durften wir sie erleben, doch im Vergleich zu ihrem Konzert bei den Illertal Cowboys vor einigen Tagen wirkte sie auf dieser großen Bühne ein wenig schaumgebremst. Sie braucht offenbar den Nahkontakt zum Publikum. Dennoch gab es 2 Zugaben und große Begeisterung im Volk. Besonders, als auch hier wieder ihr Sohn Brendan den Song >Are you from Dixie< zum Besten gab. Alison hatte auch einen Banjo-Workshop abgehalten und anschließend wurde sie bei der Autogrammstunde belagert. Diesmal hatte ich wenigstens Platz um zu den irischen Reels zu tanzen.
14)   Giant Mountains Band (5) (www.gmband.cz), rein traditionelle Stücke und alles englisch, außer der Zugabe, die wurde tschechisch gesungen auf Publikumswunsch.
15)   Modrotisk (5) www.modrotisk.cz) haben nur tschechisch gesungen und traditionell gespielt. Als einzige Band hatten sie auch Mundharmonika dabei und so erklang >John Henry<.
Die letzten Gruppen Sunny  Side (www.sunnyside.cz) und G-Runs & Roses (www.g-runs.com) haben wir beim besten Willen nicht mehr geschafft anzuhören. Es wetterleuchtete, ein Gewitter war im Anmarsch und wir waren nicht mehr aufnahmefähig nach so vielen Stunden ausgezeichneter Musik. Es ist erstaunlich, wie viele super gute Bands aus diesem Genre unser Nachbarland Tschechien und auch Slowakei aufbieten kann. Die österreichischen Bluegrassbands haben dagegen auf einer Hand Platz.
Nach ca. 2 ½ Monaten „on the road“ war es nun aber an der Zeit, wieder an die Heimreise nach Wien zu denken. Bis zum nächsten Mal!
Text und Fotos: Elisabeth Kölbl für Country Music News International 



























































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