Thursday, October 30, 2014

TAYLOR SWIFT „1989“

TAYLOR SWIFT „1989“
  
Keine Frage: Taylor Swift zählt zu den größten Musikerinnen unserer Zeit. Sie hat bereits sieben Grammy-Awards gewonnen - den wichtigsten Preis der Musikwelt. Den Grammy in der Kategorie „Album des Jahres“ konnte sie dabei sogar als jüngste Musikerin aller Zeiten in Empfang nehmen. Im Verlauf ihrer Karriere hat sie über 30 Millionen Alben sowie mehr als 75 Millionen Songs (per Download) verkauft und ihre Singles haben rund um den Globus immer wieder die Pop- und Country-Charts dominiert. In Sachen digitale Verkäufe ist sie die erfolgreichste Künstlerin überhaupt, und zugleich ist sie die einzige weibliche Musikerin (der vierte Künstler überhaupt), die auf zwei Alben zurückblicken kann – „Speak Now“ (2010) und „RED“ (2012) –, die sich nacheinander in der ersten Verkaufswoche je über 1 Million Mal verkauft haben. Ihr letztes Album „RED“, das vor rund zwei Jahren bei Big Machine Records erschien, hat sich weltweit über 6 Millionen Mal verkauft und belegte Platz #1 der Albumcharts in 50 Ländern; in den USA ging der Longplayer allein in der ersten Verkaufswoche über 1,2 Millionen Mal über den Ladentisch. Hierzulande schoss das Album auf Platz 5 der Media-Control-Charts sowie in die Top-3 der Downloadcharts.

Rund um den Globus kennt man sie: als Musikerin, deren selbstgeschriebene Songs persönliche Anliegen und Pop-Appeal unter einen Hut bringen, als Songschreiberin, die Genregrenzen immer wieder überschreitet, und als Geschäftsfrau, die ihren Kindheitstraum in ein regelrechtes Popkultur-Imperium ausgebaut hat.

Allerdings beschreiben Zahlen wie diese Taylors Karriere nur sehr ungenau und oberflächlich: Schließlich sind es ja gerade die immateriellen, die nicht messbaren Dinge, die ihr seit Jahren einen Erfolg nach dem anderen bescheren, die sie längst in die äußersten Umlaufbahnen des Pop-Universums bugsiert haben. Ihre groß angelegten Charity-Aktionen darf man da natürlich nicht vergessen, aber genau genommen sind es die ganz kleinen Dinge, die fast schon beiläufigen Gesten – sei es ein aufrichtiger, aufmunternder Kommentar zu einem Instagram-Bild eines Fans, der gerade unter Liebeskummer leidet; sei es eine dieser Umarmungen, mit denen sie noch nie gegeizt hat –, mit denen sie immer wieder zeigt, dass Platinverkäufe und sonstige Rekorderfolge ihr wahres Wesen kein bisschen verändert haben. Taylor Swift ist so ehrlich, dass es manchmal schon fast unbeholfen wirkt, so einfühlsam, dass es einen umhaut; sie ist selbst ein Fan, eine Freundin, eine Kämpferin für die Herzensangelegenheiten anderer – und sie ist eine der wichtigsten Repräsentantinnen jener Kraft, die einfach nur darin liegt, man selbst zu sein.

Sie ist seit den Beatles die erste Musikerin (und überhaupt die einzige Frau der Musikgeschichte), die drei Studioalben nacheinander jeweils mindestens 6 Wochen lang an der Spitze der US-Charts platzieren konnte, und selbst wenn das Time Magazine sie auf die Liste der „100 Einflussreichsten Menschen der Welt“ gewählt hat, ist Taylor Swift wahrscheinlich die einzige Person auf dieser Liste, die ihre Social-Media-Kanäle trotzdem noch immer dafür nutzt, um ihren besten Freunden etwas mitzuteilen oder Videos von ihren Katzen zu posten.

Während sich die 24-Jährige, die als jüngste Musikerin vom Billboard-Magazin zur „Frau des Jahres“ gekürt wurde, auf die Veröffentlichung ihres fünften Studioalbums „1989“ vorbereitet, sind momentan natürlich wieder einmal alle Kameras, Scheinwerfer und Mikrofone auf sie gerichtet – doch wer nun glaubt, das könne sie einschüchtern, hat offensichtlich nicht aufgepasst. Sie selbst bezeichnet „1989“ als ihr musikalisch schlüssigstes Album, und mit ihrer ersten Single „Shake It Off“ hat sie vor wenigen Tagen die nächste Phase ihrer immer noch unglaublich jungen Karriere eingeläutet – schon jetzt steht fest, dass sie auch weiterhin so tanzen wird, als würde ihr kein Mensch dabei zusehen, so schreiben wird, als hätte sie unser kollektives Tagebuch gelesen... Bleibt eigentlich nur eine Frage, wie viele Leben sie unterwegs wohl noch vertonen, berühren, umkrempeln und beeinflussen wird?

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