Corrine West – The Acoustic Cafe 3

Corrine West – The Acoustic Cafe 3
Die im Februar dieses Jahres gestartete Konzertreihe unter dem Titel „The Acoustic Cafe“ vom Sound Theatre Weiz fand am 12. April zum dritten Mal statt. Auch diesmal war die kalifornische Liedermacherin Corrine West der Gastgeber. Stargast war Willie Bell.
Willie Bell ist geboren und aufgewachsen in den USA, lebt aber schon seit Jahrzehnten in Österreich. Gemäß dem Motto des Abends gestaltete er einen akustischen Abend, an dem er sich selbst an der Gitarre begleitete. Zunächst widmete er sich seinen musikalischen Wurzeln und Einflüssen. Vorwiegend waren es Liedermacher, die ihn prägten. Er erinnerte an Größen wie John Hartford („Gentle On My Mind“), Guy Clark („Let Him Roll“) oder John Prine („Sam Stone“). Seinen Country-Wurzeln trug er mit „Smoke, Smoke, Smoke That Cigarette“ von Merle Travis Rechnung. Die zweite Hälfte des Sets war dann seinen eigenen Liedern gewidmet, die den Vergleich mit seinen großen Vorbildern nicht zu scheuen brauchten. Bei „Blow Wind Blow“ wurde er von Corrine West am Harmoniegesang unterstützt. Weitere musikalische Unterstützung erhielt er von seinem Produzenten Dino Armsbruckner aus Bad Ischl an der Gitarre und am Harmoniegesang. Die Erwähnung von Bad Ischl löste beim Publikum spontanen Beifall aus. Bell stellte sein neues Album „Midnight Trains“ vor. Neben dem Titellied waren dies „Lucky Old Moon“, das stilistisch an die Musik der 40er und 50er Jahre erinnerte, als die populäre Musik von Leuten wie Frank Sinatra dargeboten wurde. Zwei besonders schöne akustische Balladen, ebenfalls aus dem neuen Album, waren „Coat Of Armor“ und „Drizzle Of The Rain“. Mit dem groovig gespielten „The Man I Am“ unter Mitwirkung von Fritz Stingl am Schlagzeug endete sein Set.

Nach der Pause bestritt die Gastgeberin den Abend. Nach einem holprigen Start des Eröffnungstitels „Lily-Ann“ liefen sie und ihre Band „The Wild Men“ zu Höchstform auf. Die „Wild Men“, das sind Fritz Stingl am Schlagzeug und Alexander Meissl am Bass. Zwei ausgezeichnete Musiker, die die Sängerin immer mit dem passenden Rhythmus unterlegten. Als Ensemble wachsen die Musiker immer mehr zusammen. Neben inzwischen zu Publikumsfavoriten avancierten Titeln, wie das bereits erwähnte „Lily-Ann“, „Amelia“ oder „The Promise“ gab es auch bisher nie Gehörtes. „Roses Of Rust“, „Road To No Compromise“ oder der im Walzertempo interpretierte Titel „Night Falls Away Singing“. Im Laufe ihres Sets gelang es der Künstlerin auch das bis dahin eher zurückhaltende Publikum aus der Reserve zu locken. Der Höhepunkt des Konzertabends war auch diesmal der gemeinsame Auftritt aller Musiker, die gemeinsam „Lost & Found“ darboten.

Der nächste Termin dieser einmaligen Konzertreihe ist der 17. Mai 2012 und findet wieder im Soundtheatre in Wels statt.

Siegfried Schneeweiss

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