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3. Bluegrass Meeting Birkenried



2.-4. September Birkenried: 3. Bluegrass Meeting

„100 Jahre Bill Monroe“ – unter diesem Motto stand das dritte Bluegrass-Meeting, das die
Country & Western Friends 1982 Koetz e.V. übers Wochenende im Kulturgewächshaus Birkenried veranstalteten. Der 100. Geburtstag des „Father of Bluegrass“ wurde weltweit von seinen Fans gefeiert, vor 15 Jahren war der Schöpfer dieses Ablegers der Country Music gestorben. Fünf Bands aus drei europäischen Ländern sowie ein Solist waren gekommen, um den Meister zu feiern, vorzugsweise mit dessen eigenen Kompositionen. Drei dieser Bands waren gerade unterwegs, ihre Wege kreuzten sich alle im Birkenried, ungefähr zwischen Augsburg und Ulm nahe der Autobahn. Der kleine Saal und das schöne Gelände waren gut gefüllt mit Kennern der Musik und mit Stammgästen des Hauses, die bei wunderbarem Sommerwetter den ungewohnten Klängen gern lauschten. Die alternative Gärtnerei ist ein ideales Gelände für Bluegrass mit seiner ländlichen Herkunft. Videovorführungen, eine kleine Fotoausstellung und ein kurzweiliger Vortrag von Clubmitglied Eberhard Finke über Leben und Werk von Mr. Monroe rundeten das Programm ab. Die Veranstaltungen der Country Friends sind international bekannt und beliebt, auch aus Österreich waren einige Gäste gekommen.

Der Freitagabend bot mit der tschechischen Band „Bluegrass Cwrkot“ und den deutschen „Sacred Sounds of Grass“ zwei Spitzengruppen ihres Landes, und sie zeigten, wie sehr diese Musik bei aller Ähnlichkeit doch differenziert ist und vom raukehligen Gesang der Tschechen bis zu den geschliffenen Harmoniesätzen der Deutschen reicht. Am Samstag um 15 Uhr wurde das „Bluegrass-Café“ mit Kaffee und Kuchen eröffnet, das Musikprogramm fing um 18 Uhr mit den „Rolling Hills“ an, einer ganz neuen (im April gegründet) Band aus München; sie besteht aus zwei Pionieren der Szene, Bernhard C. Schmitt (ex-BlueNa) und Dieter Joe Götz (ex-Blue Mt. Tune, ex-Black Bottom Skiffle Group) und zwei jungen Damen, Nicole Schedel (md, gt) und Ulrike Haigermoser (bs) in einer unterhaltsamen Darbietung. Es folgte „Strictly Bluegrass“, ebenfalls aus München, ein seriös dreinblickendes Veteranenquartett im schwarzen Anzug. Beide Gruppen pflegen trotz der äußerlichen Unterschiede den traditionellen Klang, wie es sich für Monroe gehört. Die nächste Band und Hauptattraktion des Tages waren die „Blue Grass Boogiemen“ aus den Niederlanden, deren Mandolinist Bill Monroe noch zu dessen Lebzeiten auf seiner Farm bei Nashville, Tn. besucht hatte und von ihm offenbar viel gelernt hat. So interpretierten sie in einer kraftvollen und authentischen
Darbietung viele Lieder ihres Idols, das auch als Komponist und Songschreiber zu Weltruhm
gekommen ist. Das ging bis spät in die Nacht, die meisten Besucher harrten begeistert aus, und es war erfreulich voll geworden. Auch der Sonntag stand noch im Zeichen des Meetings, am Vormittag eröffnete ein Wortgottesdienst vor der kleinen Kapelle das Programm, musikalisch untermalt von den dagebliebenen Blue Grass Boogiemen sowie von Mandy Strobel aus dem nahe gelegenen Ulm. Musikalisch mit Johnny Cash vergleichbar, passte er mit nachdenklichen und religiösen Liedern, die er zur eigenen Gitarre vortrug, bestens in den Sonntagmorgen. Nach einem kleinen Weißwurst-Frühschoppen folgten noch zwei Konzertstunden mit den Boogiemen, mit den Rolling Hills und mit Mandy, die Räumlichkeiten füllten sich wieder mit Spaziergängern und Ausflüglern, denen die Musik
vielfach neu und fremd war - aber sie gefiel ihnen.

Artikel Eberhard Finke, Ulm
Fotos Eberhard Finke und Franz Kölbl


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